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Gedankensplitter #2 – 5 Dinge die ich gerne vor 10 Jahren gewusst hätte

Oktober 1, 2016


In genau 22 Tagen werde ich 25 Jahre alt – ein Vierteljahrhundert bin ich also schon auf diese Welt. Es fühlt sich seltsam an, das laut auszusprechen und noch seltsamer, zehn Jahre zurück zu blicken auf mein 15 jähriges Ich und festzustellen, dass mein Leben nicht wirklich so verlaufen ist, wie ich es mir damals vorgestellt habe. Da ich damals aber auch keine richtige Vorstellung gehabt habe, kann ich nicht wirkliche beurteilen, ob das nun gut oder schlecht ist.
Die 25 sind ein kleiner Meilenstein und zeigt wieder einmal, wie schnell doch die Zeit vergeht und das man sie nicht festhalten kann. Mir kommt es vor, als wäre ich gerade erst vor einem Jahr mit dem Maturazeugnis in der Hand in die große weite Welt hinaus gezogen doch in Wirklichkeit sind es schon fast fünf Jahre. Ein Grund, zurückzublicken und sich noch einmal auf den Weg in Richtung Vergangenheit zu begeben. Deswegen möchte ich heute 5 Dinge mit euch teilen, die ich gerne vor 10 Jahren schon gewusst hätte.

1) Nicht alles ist gleich ein Weltuntergang

Was haben wir damals jede noch so kleine Situation analysiert und genauestens zerlegt – sei es sie Reaktion des Schwarms auf eine Nachricht oder die Aussage einer Mitschülerin. Wie sehr fühlte sich damals Zurückweisung nach einem halben Weltuntergang an und wie schnell war man bereits weiter gezogen zum nächsten Drama, das sich im Schulhof abspielte. Da wurde gestritten weil man den gleichen Typen toll fand oder weil jemand einen Gefallen nicht erwidert hatte.
Heute kann ich über solche Dinge nur lachen, es gibt weitaus schlimmeres und ich bin zum Glück um einiges gelassener geworden. Diese Ruhe findet man vielleicht erst mit dem Alter und der Erfahrung, dass alles schon so kommt, wie es kommen soll und die Welt wirklich nicht jedes Mal untergeht.
Grundsätzlich kann ich aber jedem nur ans Herz legen, die Welt ein bisschen gelassener zu sehen und sich nicht über jede Kleinigkeit den Kopf zu zerbrechen – das Leben hält noch viele Entschädigungen für mit wütender Hand und Tränen in den Augen geschriebene Tagebucheinträge bereit! Und nein, mein Tagebuch zeige ich euch an dieser Stelle nicht 😉

2) Verbringe viel Zeit mit Menschen, die du liebst
Früher gab es für mich viel wichtigere Dinge als Zeit mit meiner Familie zu verbringen und im Nachhinein muss ich sagen, das ich es sehr schade finde, das ich das damals so gesehen habe. Auch wenn wir das Gefühl haben, wir hätten alle Zeit der Welt und die Menschen, die wir lieben seien ewig an unserer Seite so ist dies doch eher trügerisch. Manchmal kann es schneller vorbei sein als man denkt und dann ist es zu spät für Wiedergutmachungen.
Es tut weh, jemanden zu verlieren aber noch mehr schmerzt die Erkenntnis, dass man denjenigen viel zu selten gesehen oder mit ihm gesprochen hat. Das Leben kann sich in einem Wimpernschlag von Grund auf ändern und das sollte man sich stets vor Augen führen.

3) Du liebst deine Geschwister

Ja mein großer Bruder, damit bist du gemeint. Egal wie oft wir uns angeschrien, mit den Türen geknallt oder uns auch einfach nur doof gefunden haben – im Grunde unseres Herzen wussten wir immer, das wir nicht ohne einander können. Es gibt wohl wenige Menschen, die einem so nahe stehen wie jemand, der einen praktisch seit seiner Geburt kennt. Der sehr geringe Altersunterschied hat zwar zu einigen pubertären Meinungsverschiedenheiten geführt aber im Grunde konnte ich immer auf meinen Bruder zählen – egal ob es darum ging nachts betrunken abgeholt zu werden oder die  Möbel der ersten eigenen Wohnung zusammen aufzubauen, er ist immer nur einen Anruf weit entfernt und dafür liebe ich ihn und bin ihm unendlich dankbar. Egal was es ist, auf ihn kann ich immer zählen und ich bin unendlich froh darüber, keine Einzelkind zu sein – auch wenn ich zeitweise anderes behauptet habe wofür ich mich hier öffentlich entschuldigen möchte 😉

4) Die Eltern haben doch recht

Vor 10 Jahren hätte ich mir nie im Leben vorstellen können, bei jeder wichtigen Entscheidung zuerst Mama oder Papa um Rat zu fragen. Damals hatten sie dank meiner etwas beschränkt pubertären Ansichten einfach keine Ahnung von der Welt und ich wusste sowieso immer alles besser, frei nach dem Motto „Meine Fehler mache ich lieber selber!“ Dass sich diese Einstellung so grundlegend ändern kann, merkt man wohl erst, wenn man von zu Hause auszieht und sich zum ersten Mal aufrichtig zu fragen beginnt „Was würden meine Eltern tun?“. Mittlerweile telefoniere ich mit meinen Eltern so oft wie damals mit 15 mit meiner besten Freundin und die meisten Nachrichten tausche ich wohl mit meiner Mama aus.
Dass die Eltern die einzigen sind, die auch immer für einen da sein müssen, wird man spätestens mit 25 zu schätzen lernen wenn man plötzlich Dinge wissen möchte, die einem in der Schule nicht beigebracht wurden. Etwa ob man wirklich eine Haushaltsversicherung braucht oder ob man die Milch kurz nach Ablaufdatum wirklich nicht mehr trinken kann.

5) Du wirst weniger Freunde haben als früher – und das ist gut so

Vor gut zehn Jahren habe ich definitiv einige Leute mehr als meine Freunde bezeichnet, obwohl sie diese Bezeichnung eigentlich gar nicht verdient hätten. Es gab eine Zeit, in der ich unbedingt zu den coolen Kids der Schule gehören wollte und mich verstellt habe, um hineinzupassen und anderen zu gefallen. Ein Umstand den ich heute sehr schade finde doch damals wurde man noch an der Anzahl der Freunde gemessen und vor allem an den Personen, die man zu diesen zählen konnte.
Heute habe ich einen kleinen, erlesenen Personenkreis den ich als richtige Freunde bezeichnen würde und es sind noch weniger, die mir aus der Schulzeit geblieben sind. Freundschaften sind ein wertvolles gut und man sollte sorgsam damit umgehen. Mittlerweile habe ich gelernt, dass es besser ist, seine engsten Freunde um sich zu haben als hundert Leute, die man eigentlich kaum kennt. Meine beste Freundin kennt mich seit fast mehr als 10 Jahren, mein bester Freund noch länger und das schätze ich an ihnen – sie wissen wie ich bin und ich muss mich nicht verstellen um ihnen zu gefallen. Sie lachen und weinen mit mir, sie freuen sich mit mir und gönnen mir meine Erfolge – genau so sollte es in einer guten Freundschaft funktionieren und diese Erfahrung macht man ebenfalls erst mit der Zeit. Doch heute weiß ich zum Glück, wie kostbar solche Beziehungen sind und manchmal stimmt der Spruch „Freunde sind die Familie, die man sich aussucht“ sogar 🙂

Welche 5 Dinge hättet ihr gerne vor 10 Jahren gewusst? Hab ihr euch in manchen wiedergefunden? 🙂

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8 Comments

  • Reply Patricia Oktober 2, 2016 at 9:21 am

    Soo ein toller Beitrag liebe Sandra !!
    Und wie Recht du hast 😀

    Einen wunderschönen Sonntag wünsche ich dir!

    Alles Liebe, Patricia

  • Reply curls all over Oktober 4, 2016 at 8:41 am

    Wirklich ein toller Beitrag 🙂 so die Worte sind so toll gewählt!
    Hab eine schönen Start in die Woche
    Liebe Grüße
    Cherifa
    http://www.curlsallover.com

  • Reply Iris Oktober 4, 2016 at 11:17 am

    Toller Beitrag liebe Sandra und ich gebe dir mit allen deinen Punkten absolut recht und kann dem gar nichts mehr hinzufügen! Erfahrung kommt mit dem Alter. Schade nur, dass das Erwachsen werden so schnell geschieht! Liebe Grüße Iris von http://www.sprinzeminze.com

  • Reply Nicole Oktober 5, 2016 at 7:35 am

    Richtig richtig toller Beitrag und so wahr und du hast absolut Recht. Ich muss gerade fest stellen, ich werde auch bald 25 – ach wie schnell die Zeit vergeht!

    Liebe Grüße

    Nicky

  • Reply trixi Oktober 6, 2016 at 3:23 pm

    Hahah ein sehr cooler Beitrag! Am Wichtigsten ist finde ich Punkt 1 🙂 Das lehrt einem wirklich nur die Erfahrung!

    Alles Liebe,
    Trixi

  • Reply curls all over Oktober 10, 2016 at 8:11 am

    Super schön geschrieben und ich glaube das erlebt jeder Mal 🙂

    Liebe Grüße
    Cherifa
    http://www.curlsallover.com

  • Reply misses popisses Oktober 26, 2016 at 10:49 am

    Das mit dem Älter werden ist so ein Sache… Man ist so alt wie man sich fühlt. Alter ist relativ. Für unsere Eltern werden wir immer Kind sein und das ist ganz lustig finde ich. Ich mache auch öfters Rückblicke was sich in den letzten Jahren so getan hat. Das ist auch eine Menge. Anhand von Kindern sieht man, wie die Zeit vergeht. Ich kann mich beispielsweise noch ganz genau erinnern, wie sich das Gewicht meines Taufpatenkindes während der Taufe anfühlte. Als sei es gestern gewesen. Nächstes Jahr wird er 14 😊. Ich in Kürze 34 und ich muss sagen, ich bin froh darüber, denn es geht um Erfahrungen, die man in den Jahren macht. Ich bin stolz auf mein Alter. Du kannst auch stolz auf dich sein.
    Hab nen tollen Tag!
    LG Elisabeth

    http://www.missespopisses.com

    • Sandra
      Reply Sandra Dezember 2, 2016 at 2:38 pm

      Vielen lieben Dank!
      Ja das stimmt allerdings für unsere Eltern werden wir nie erwachsen und es ist wirklich erschreckend, wie schnell die Zeit oft vergeht. Aber auch das Älterwerden hat seine schönen Seiten und ich freue mich auch schon auf die nächsten 25 Jahre 🙂
      Alles Liebe, Sandra

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