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Gedanken zur gesunden Ernährung

März 6, 2016

Gleich einmal vorneweg: ich bin weder Veganer, Vegetarier, Paleo, Low Carb oder sonst irgendeiner Ernährungs“religion“ angehörig. Ich glaube, dass jeder seinen Weg zur gesunden Ernährung für sich selbst finden muss, für mich war es beispielsweise nie eine Option, alle tierischen Lebensmittel aus meinem Speiseplan zu streichen oder mich wie die Steinzeitmenschen zu ernähren. Eher ist meiner Ansicht nach eine ausgewogene Ernährung der Schlüssel zu allem.

Ich hatte das Glück, auf dem Land aufzuwachsen und es war bei uns zu Hause immer selbstverständlich, das Gemüse und Obst aus dem hauseigenen Garten kommen, das Fleisch vom nächsten Bauern des Vertrauens und der Fisch aus dem eigenen Teich. Das hat mit Sicherheit meine Sicht auf Ernährung geprägt einschließlich der Tatsache, dass immer frisch gekocht wird. Was im Sommer im Überschuss vorhanden ist, wird eingemacht, zu Marmeladen oder Kompott verarbeitet und bringt einen durch den Winter.
Der einzige Grund, warum ich nicht zu den schlanksten Menschen auf dem Planeten gehöre, ist wohl einzig der Tatsache geschuldet, das ich eine unglaubliche Naschkatze bin und das auch schon als Kind war 😉

Heutzutage leben wir in einer Welt des Überflusses, alles ist zu jeder Zeit vorhanden und wir sind es gewohnt, frische Erdbeeren im Winter zu essen und Obst und Gemüse außerhalb der Saison zu kaufen. Diese Entwicklung hat sich in den letzten 20 Jahren durch die Globalisierung zunehmend verstärkt – ich bin in den 90ern aufgewachsen und erinnere mich durchaus noch an eine Zeit, in der es im Supermarkt im Winter keine frischen Beeren aus Spanien gab.
Diesem Trend steht mittlerweile zum Glück die Bewegung Bio und Nachhaltigkeit gegenüber, doch auch diese ist mittlerweile von der Globalisierung vereinnahmt worden und ich habe durchaus schon Bio-Spargel im Dezember gesehen, was meiner Meinung nach der Nachhaltigkeit wiederspricht, da er natürlich aus einem Gewächshaus in Spanien kommt.

In letzter Zeit habe ich immer mehr damit begonnen, mich mit gesunder Ernährung auseinanderzusetzen und mich gezielt darüber zu informieren. Das hängt auf jeden Fall mit dem frustrierenden Ergebnis mehrerer Diäten, der katastrophalen Ernährung zu Beginn meiner Studentenzeit sowie einer Hauterkrankung, Migräneanfälle und ein plötzlicher Akne-Ausbruch zu Beginn meiner 20er zusammen. Vor einigen Jahren hat sich meine Familie auch noch einen Bauernhof gekauft, auf dem Bio-Öle und Lebensmittel produziert werden und auch das hat mich zum Umdenken gebracht. Auch ich entwickle mich ständig weiter und bin sicher auch kein Ernährungsexperte, aber ich habe durchaus bereits ein paar Tipps zusammengetragen, die man getrost befolgen kann, wenn man sich gesünder ernähren möchte.

Oh yeah water me Baby!

Tägliches gießen trifft nicht nur auf die meisten Pflanzen zu sondern auch auf den menschlichen Körper, welcher zu 80 % aus Wasser besteht. Das heißt rund 20 % machen die festen Bestandteile aus und um das Vehikel Mensch am Laufen zu halten, braucht es ausreichend Flüssigkeit. Ich spreche hier von Wasser, gemixt mit Früchten, als Tee oder mit Zitrone und nicht von Säften, Limonaden oder Gin Tonic. Laut Empfehlungen von Ärzten sollten Frauen pro Tag rund 2 Liter und Männer rund 2,5 Liter Wasser zu sich nehmen, an heißen Tagen und bei körperlich anstrengend Tätigkeiten durchaus auch mehr.
Auch ich muss mich sehr oft daran erinnern, genügend zu trinken und starte daher bereits mit einem Glas warmem Wasser in den Tag und versuche am Schreibtisch immer eine Karaffe mit Wasser neben mir zu haben. Seitdem ich bewusst darauf achte, mehr zu trinken, habe ich auch bemerkt, dass meine Konzentration sich gesteigert hat und auch meine Kopfwehattacken seltener geworden sind. Wem normales Wasser buchstäblich zu langweilig ist, sollte es einmal mit Beeren, Zitrone, Minze oder anderen Früchten und Kräutern probieren, auch Gurke kann sehr erfrischend sein.

flourishlike Fruit infused Water

That veggie thing

Obst und Gemüse sind ein wichtiger Bestandteil von gesunder Ernährung und sollten auf jeden Fall fünfmal am Tag in den Speiseplan integriert werden. Ich selbst liebe alles, was grün oder bunt ist – ausgenommen Pilze – und habe damit zum Glück keinerlei Probleme. Es gibt auch richtig tolle vegetarische Gerichte, die man auch als nicht Vegetarier ausprobieren sollte und es macht auf jeden Fall mehr Spaß, einen bunten Teller vor sich zu haben, denn das Auge isst bekanntlich auch mit. Auch sollte man keine Angst vor dem Zucker aus Obst haben, dieser ist im Gegensatz zum raffinierten Industriezucker leichter verdaulich und wird auch nicht sofort als Fett eingelagert. Wenn man also so wie ich eine Naschkatze ist, sollte man etwa im Sommer die Schokolade einmal gegen sonnengereifte Beeren tauschen und man wird bald merken, dass es viel besser schmeckt – auch wenn Schokolade irgendwie auch Obst ist 😉
Zudem rate ich jedem dazu, bewusst Obst und Gemüse aus Bio-Anbau zu kaufen, da dieses viel weniger Schadstoffe enthält als jenes aus konventionellem Anbau. Auch wenn dies im ersten Moment teurer erscheint, wenn man darauf achtet, Lebensmittel zu kaufen die gerade Saison haben und auf Erdbeeren im Dezember verzichtete, ist dieser Unterschied nicht mehr ganz so gravierend.

flourishlike - Wintergemüse

Avocados are not fat – they´re fluffy

Man sollte auf keinen Fall Angst vor den „bösen“ Fetten haben denn in naturbelassenen Ölen oder auch in Avocados und fettem Fisch, stecken jede Menge gesunde Fettsäuren, die teilweise als Aminosäuren sogar essentiell für den Körper sind und auf die wir nicht verzichten können. Daher sollte man gesunde Fette und Öle in jedem Fall in seinen Speiseplan integrieren denn in vielen Gemüsesorten stecken fettlösliche Vitamine. Um diese aufzuspalten braucht der Körper Fett, das bestenfalls aus Oliven-, Hanf-, Lein- oder etwa Sonnenblumenöl kommt. Wichtig ist dabei nur, das darauf geachtet wird, kaltgepresste Öle zu verwenden, die nicht erhitzt wurden, da sie sonst ihre Inhaltsstoffe verlieren. Ebenso stecken Nüsse voller gesunder Fette und werden nicht umsonst als Brainfood bezeichnet.
Und wenn wir gerade bei Fetten sind – ich habe die klassische französische Küche gelernt und bin ein großer Fan von Butter. Manchmal braucht es einfach eine kleine Portion Butter und alles schmeckt ein bisschen besser.

Orangen-Rote Rüben Salat

What about those Cookies?

Kekse und Kuchen enthalten meist raffinierten weißen Zucker und Weißmehl, das ich euch absolut nicht auf täglicher Basis empfehlen würde. Solange man keine Glutenunverträglichkeit hat, kann man sich aber durchaus ab und zu etwas gönnen, jedoch würde ich den Konsum recht drastisch einschränken. Zucker und einfache Kohlenhydrate lassen den Blutzuckerspiegel extrem schnell ansteigen und auch wieder sinken, was dazu führt, das wir von einem Energielevel ins nächste fallen und sehr schnell wieder Hunger bekommen.
Daher sollte man darauf achten, Weißbrot mit Vollkornbrot auszutauschen, beim Backen auch mal Dinkel- oder Vollkornmehl zu verwenden, was im Geschmack eigentlich so gut wie keinen Unterschied macht, oder auch einmal komplett darauf zu verzichten.
Da ich selbst für mein Leben gerne backe, versuche ich einen Ausgleich zu finden in dem ich Vollkornmehl oder alternative Mehle wie Kokosmehl, Reismehl oder Buchweizenmehl verwende und auch bei jedem Rezept die Zuckermenge halbiere und weißen durch braunen Zucker, Ahornsirup oder Honig ersetze. Man muss nicht auf alles verzichten, es geht darum die Balance zu finden und ab und an ein Keks ist durchaus in Ordnung.
Da Zucker und Gluten sehr viele entzündungsfördernde Inhaltsstoffe enthalten, sollten Menschen mit Akne oder Migräne bewusst so gut es geht darauf verzichten, wobei natürlich für jeden die Grenze wo anders liegt. Für mich selbst ist etwa ein Stück Brot oder Kuchen ab und an kein Problem aber ich merke es sofort, wenn ich übertrieben habe und mein Körper rächt sich gerne.

Mohnkranz

Not so veggie

Ob jemand tierische Produkte, also Fleisch, Eier oder Milch zu sich nehmen möchte, muss wohl jeder selbst entscheiden. Grundsätzlich bin ich damit aufgewachsen und ich kann einem guten Steak auch durchaus etwas abgewinnen, versuche aber gleichzeitig auch sehr bewusst damit umzugehen. Ich selbst esse ausschließlich Bio-Fleisch bzw. Fleisch vom Bauern bei dem ich weiß, wie das Tier gelebt hat und was es zu essen bekommen hat. Bei Fisch achte ich darauf, woher er kommt und esse eigentlich nur welchen, der bei uns zu Hause im Teich geschwommen hat und Meeresfrüchte sollten aus einer nachhaltigen Kultur stammen, da hier auch viele Antibiotika im Spiel sind.
Auf frische Kuhmilch verzichte ich allerdings seit einiger Zeit, da auch hier entzündungsfördernde Enzyme enthalten sind, die sich nicht gut auf meine Hauterkrankung auswirken. Bei Joghurts habe ich da allerdings weniger Probleme, allerdings achte ich hier auch darauf, nur Bio Produkte zu kaufen.
Da wir seit einigen Jahren selbst Hühner haben, kaufe ich eigentlich fast keine Eier mehr sondern esse nur die meiner quasi Haustiere, die auf unserer großen Wiese und im angrenzenden Wald leben und dort glücklich sind. Sollte ich einmal keine Eier von den eigenen Hühnern haben, esse ich ausschließlich Eier aus Freilandhaltung und kaufe auch hier Bio ein.
Natürlich ist gerade bei diesen Produkten, mit Ausnahme der Milch, ein deutlicher Preisunterschied festzustellen doch ich finde dieser lohnt sich durchaus. Auch habe ich beispielsweise vor allem in meiner Studentenzeit meinen Fleischkonsum sehr eingeschränkt und mir eben lieber ab und zu etwas geleistet als das billige Fleisch aus Massentierhaltung zu kaufen. Dazu rate ich auch jedem, dann der Unterschied ist meiner Meinung nach auch im Geschmack deutlich spürbar und es lohnt sich durchaus.

flourishlike - Hühner

Gerne würde ich wissen, was für dich gesunde Ernährung ausmacht und ob du etwas ganz anders machst oder auch Tipps & Tricks zu diesem Thema hast. Ich freue mich über jeden Kommentar 😉

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